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Die oben dargestellte Abfolge der verschiedenen Tätigkeiten ist keineswegs ein starres System, welches jede Arbeiterin durchläuft. Es basiert vielmehr auf Angebot und Nachfrage und die Arbeitsgruppen reagieren auf bestimmte Reize. Dazu einige Beispiele:
Normalerweise werden Arbeiterinnen etwa ab dem 20. Lebenstag zur Sammelbiene. Bei sehr ergiebigen Trachten jedoch kann es zu einem erheblichen Flugbienen-Mangel kommen. Um dennoch so viel Nektar wie möglich zu sammeln, wird die Arbeitsgruppe Flugbiene einfach aufgestockt: Wesentlich jüngere Bienen “überspringen” Aufgaben, wie Stockwache oder Wabenbau, und werden gleich zur Sammelbiene.
In einer trachtarmen Zeit, etwa bei anhaltend schlechtem Wetter oder aufgrund weniger Trachtpflanzen in der Umgebung des Volkes, wird die Entwicklung der Arbeiterin zur Sammelbiene hinausgezögert, da kein Bedarf vorhanden ist. Sie führt dafür Aufgaben wie Fluglochwache und das Umtragen von Nektar länger aus. Ebenso können Sammelbienen ihre Futtersaftdrüsen wieder aktivieren und zur Brutpflege beitragen.
Der Bau von Waben dient zur Speicherung der Vorräte und zur Aufzucht der Brut. Jungbienen entwickeln aber beispielsweise keine Wachsdrüsen, wenn kein Nektareintrag stattfindet oder noch genügend leere Waben vorhanden sind. Erst wenn die Sammelbienen mit viel Nektar einfliegen und beinahe alle Zellen mit Honig gefüllt sind, beginnen die Bienen, ihre Wachsdrüsen zu aktivieren und neue Waben zu errichten.
Diese Beispiele verdeutlichen die Vorteile, die dieses System der Arbeitsteilung mit sich bringt. Steigt das Angebot an Nektar, steigt auch die Nachfrage nach Sammelbienen. Und das Bienenvolk ist in der Lage, darauf schnell und optimal zu reagieren. Das Grundprinzip bleibt immer bestehen, kann aber den Bedürfnissen angepasst abgewandelt werden.
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