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Letzte Änderung am:
Montag, 14. Juli 2014
Bedeutung der Biene

“Das Honigsammeln ist Gewinn.
Jedoch das Wichtigste vom Ganzen,
das ist der Biene Hauptverdienst:
Befruchtung der Ernährungspflanzen.”
(aus: “Die lustige Bienenfibel”)
 
Honig kann man importieren - Bestäubung nicht!
 
KirschblüteDie volkswirtschaftliche Bedeutung von Honigbienen liegt nicht nur allein im Honigertrag, sondern vielmehr in ihrer Leistung als blütenbestäubendes Insekt. Die Bestäubung von Blütenpflanzen durch Bienen sichert nicht nur das Heranreifen von Äpfeln, Kirschen und Co., sondern auch das ökologische Gleichgewicht.

Die Erträge einer Vielzahl von Nutzpflanzen, besonders der Obstgewächse, sind stark von der Insektenbestäubung abhängig und können dadurch auch wesentlich gesteigert werden. Die Bestäubung, also die Übertragung von Pollen von einer Blüte zur anderen, geschieht auf unterschiedlichen Wegen: Einige Pflanzen sind in der Lage, sich selbst zu bestäuben (z. B. Gerste, Erbse). Jedoch sind die meisten Pflanzen von einer Fremdbestäubung angewiesen. Diese erfolgt durch Wind, Wasser, Vögel und Insekten. Auch Hummeln und Wildbienen tragen neben der Honigbiene aktiv zur Samenbildung der Pflanzen bei.

Haben Sie gewusst, dass die weltweite Wirtschaftsleistung der Biene und anderer blütenbestäubender Insekten mit 153 Milliarden Euro angegeben wird? Außerdem ist die Honigbiene in Deutschland nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier!

Die Honigbiene vereint viele für die Bestäubung günstige Eigenschaften: Ihr Haarkleid und ihre Pollenhöschen an den Hinterbeinen eignen sich hervorragend zur Mitführung und Übertragung von Blütenpollen. Die Fähigkeit, als ganzes Volk zu überwintern, wirkt sich besonders positiv auf die Bestäubung im zeitigen Frühjahr aus. Von der bereits vorhandenen hohen Individuenzahl profitieren vor allem Weiden, Obstbäume und Rapsblüten. Außerdem zeigen Bienen eine hohe Sammelaktivität, so dass ein Volk in der Lage ist, bis zu 12 Millionen Blüten pro Tag zu besuchen, um genügend Vorrat für den nächsten Winter anzulegen. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist die Blütenstetigkeit, das heißt, eine Biene fliegt solange Blüten der gleichen Pflanzen an, wie deren Ausbeute als lohnend erscheint. Durch die Fähigkeit der Kommunikation im Volk sind Bienen außerdem in der Lage, neue, ergiebige Trachtquellen mit präzisen Entfernungs- und Richtungsangaben durch Tänze an andere Arbeiterinnen weiterzugeben.

WildbieneManch einer möge jetzt denken, wenn Bienen die Bestäubungsarbeit leisten, brauchen wir keine Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge mehr. Aber das wäre grundlegend falsch. Hummeln beispielsweise verfügen über einige Vorteile gegenüber Bienen: Der Rüssel einer Hummel kann bis zu 6mm länger sein als der einer Biene. Und in der Welt der Insekten sind 6mm eine ganze Menge. Dadurch können sie beispielsweise den Nektar aus Rotklee und Wicken sammeln, der den Bienen wegen der langen Blütenröhren verwehrt bleibt. Hummeln zeigen bereits ab 7°C Flugaktivitäten, wohingegen Bienen wenigstens 12°C möchten.

Der Bestäubungswert von Wespen, Ameisen, Fliegen, Schmetterlingen und Wildbienen ist zwar vergleichsweise sehr gering, dennoch gehören diese Insekten in ein funktionierendes Ökosystem! Viele dieser Insekten sind durch den massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Landwirtschaft und Kleingärten und aufgrund fehlender Nistplätze stark gefährdet. Vorallem Wildbienen (siehe Bild) sind absolut harmlos, ihre Aktivitätszeit beschränkt sich auf nur wenige Monate und sind deshalb absolut schützenswert.

Bienen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag in der Landwirtschaft, sondern auch für den Erhalt der Vielfalt in der Natur. Etwa 80% der Wildpflanzen, wie Himbeeren, Brombeeren, Hagebutten oder Faulbaum, sind auf eine Insektenbestäubung angewiesen. Durch den eingeschränkten Lebensraum, den vermehrten Pestizideinsatz und die Umweltverschmutzung werden die Bestände von Bienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlingen immer kleiner. Daraus resultiert eine abnehmende Bestäubungsleistung - Sträucher und Bäume bilden keine Früchte mehr aus und das wiederum gefährdet beispielsweise das Überleben vieler Vogelarten im Winter, die sich von Wildfrüchten ernähren. Für die Stabilität des Ökosystems und die Vielfalt der Wildflora ist die Honigbiene also von großer Bedeutung.